Sonntag, Februar 15, 2009
Automobilindustrie in der Krise
Jetzt zwingt die Krise sogar die großen Marken BMW und Mercedes zu einer Zusammenarbeit. Dies ist eine erstaunliche Entwicklung. Aber trotz aller Bemühungen brechen die Verkäufe der größeren Autos drastisch ein, und die Gewinne noch viel mehr.
Seit Mitte letzten Jahres ist die Welt nicht mehr so wie sie einmal war. Drastisch sinkende Zulassungen, die Werte liegen bis zu 20 %, führen zu gewinnen Einbrüchen. Vor diesem Hintergrund kommen BMW und Mercedes auf eine Idee, der sehr breit aufgestellter Volkswagenkonzern schon seit Jahren verfolgt: die Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven durch Zusammenlegung von Einkauf, Nutzung gemeinsamer Teile und Kooperation im Finanzierungsgeschäft.
Allerdings wird es kaum so weit kommen, dass ein Mercedes wie ein BMW aussieht oder umgekehrt. An dieser Stelle dürften beide Konzerne großen Wert darauf legen, sich weiterhin zu unterscheiden.
Auch im Vertriebsbereich wird es sicherlich keine Synergien oder Zusammenarbeit geben. Trotzdem macht einer Kooperation Sinn. Letztlich sind beide Unternehmen im Flotten-Geschäft sehr stark, und im Leasinggeschäft mit den Unternehmen zahlt sich jeder Cent Rationalisierung in der Produktion der Autos, der Verwaltung und schließlich im Finanzbereich deutlich aus.
Solange die Autos unterschiedlich aussehen, wird es den meisten Kunden egal sein, was unter der Motorhaube drinnen steckt. Allerdings sollte man auch nicht glauben, eine derartige Kooperation wäre sehr einfach umsetzbar. Zu unterschiedlich sind die Autos, die Entwicklungsgeschichte, die Zulieferer und die Modellpolitik. Hier sind die Techniker gefragt, nach Lösungen und eine Annäherung zu suchen. Dort dürfte aber auch der Widerstand am größten sein, denn die Ingenieure in beiden Unternehmen sind stolz auf ihre eigenen Entwicklungen und die Tradition der Unternehmen.
Insofern wird es spannend bleiben, die Diskussion zwischen den Finanzmanager und den Technikern zu folgen, und ob sich - wie angekündigt - wirklich große Synergien ergeben, wird sich sicherlich erst in der Zukunft zeigen.
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